Planet Wiedenest

July 29, 2010

Die Jumis

Frei predigen

Ich hab im Urlaub ein paar Bücher gelesen und die will ich euch gern
vorstellen. Los gehts mit einem Buch  von Arndt Schnepper, "Frei
predigen".

Das Ziel des Buches ist es, dazu zu motivieren, Predigten und Vorträge
nicht abzulesen, sondern frei und ohne schriftliches Skript zu halten.
Eine frei vorgetragene Predigt bezieht die Zuhörer mit ein in die
Predigt, ist offen das Wirken des Geistes auch während der Predigt und
war jahrhundertelang der Normalfall in Kirchen und Gemeinden. Erst in
den letzten 50 Jahren ist aus der"Rede" mehr und mehr eine "Schreibe"
geworden.

Dem Autor geht es nicht darum, zu Gunsten der freien Rede an der
Qualität der Predigt zu sparen. Stattdessen plädiert er für eine gute
und ausführliche Predigtvorbereitung. Dazu zählen: eine gute Auswahl der
Inhalte, eine sinnvolle Gliederung, Ausformulierung der Predigt in
Sätzen oder Stichpunkten, Durchdenken der Inhalte und freies Halten der
Predigt. Dabei ist die Vorarbeit (Inhalte finden und gliedern) enorm
wichtig, um die Predigt frei zu halten. Erst im vorletzten Schritt, dem
Durchdenken der Predigt wird die Predigt so verinnerlicht, dass sie
später auf der Kanzel frei und ohne Skript gehalten werden kann.

Damit ist das Buch nicht nur interessant für Leute, die den Anspruch
haben, frei zu predigen, sondern für alle, die gute Predigten halten
wollen. Das Buch gibt viele hilfreiche Tipps zur Predigtvorbereitung,
man merkt dem Autor an, dass er gern und viel predigt und jede Menge
Erfahrung hat. Frei zu predigen ist letztlich eine Folge, die sich aus
einer guten Vorbereitung ergibt. Der Autor will Mut machen, Schritt
für Schritt die Angst zu überwinden und es zu wagen, frei zu reden.

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by henry at July 29, 2010 10:18 AM

July 28, 2010

wafuasi

Sansibar

Liebe Mitmenschen, viel zu lange haben wir euch mal wieder warten lassen, bis wir mit dem nächsten Bericht rausrücken. Wir bitten das zu verzeihen.

Wir haben Urlaub gemacht. Auf Sansibar. Für neun Tage haben wir uns an der Ostküste der Insel einquartiert. Und es war sehr sehr wunderbar. Wir konnten an einem traumhaft schönen Strand alles hinter uns lassen, abschalten und einfach die Zeit genießen. Den letzten Tag sind wir dann noch durch Stone-Town, den Altstadtteil von Sansibar-Stadt, spaziert. Und das war auch schön. Seht selbst (falls ihr denn Lust habt anderer Leuts Urlaubsbilder anzusehen).

{joomplu:593}{joomplu:594}{joomplu:595}

by gerd-casper@web.de (Doro und Gerd) at July 28, 2010 11:20 AM

July 27, 2010

Spiegelbild (Lydia Schroder)

Tja, jetzt bin ich also vermisst gemeldet hier in Edinburgh/Schottland.
Die aeltere Lady bei der ich uebernachte hat sich solche Sorgen gemacht, als ich fuer eine Nacht nicht nach Hause gekommen bin, dass sie sofort die Polizei angerufen hat.
Ich war derweil mit einer internationlen Gruppe junger Leute unterwegs und habe das Leben genossen. Jetzt hat sie mit ihr Handy gegeben, damit sie mich jeder Zeit erreichen kann um zu checken, dass mir nichts passiert ist - na von mir aus ;). Dabei, war das einzige mal, dass so etwas wie Gefahr in der naehe war, hier in ihrem Haus. Gestern wache ich auf von lauten Schreien "Feuer! Feuer!" "ja ja - denke ich noch ziemlich benommen" Aber es stimmte. Das Haus neben an brannte. Die Zwei Chinesen wurden vom Feuer aus dem Schlaf gerissen und sind in Panik aus dem Fenster gesprungen. Immer noch im Schock sassen sie dann wenig spaeter in "unserem" Wohnzimmer und versuchten zu begreifen, dass sich noch am Leben waren.

Tja und den Rest vom Tag habe ich wieder Tourist gespielt - ist wirklich schoen hier!
Und es gibt eine absolut geniale kleine Kneipe, wo ich fast jeden Abend hingehe -live Musik und es ist unglaublich was fuer Freundschaften man in nur so wenigen Tagen knuepfen kann. Und irgendwie sind fast alle Kuenstler, die ich treffe. Was will mir das wohl sagen? ;)

Na dann auf gehts in den Endspurt - noch zwei Tage Schottland!

by Lyds (noreply@blogger.com) at July 27, 2010 04:08 PM

Die Jumis

Einladung zum Netzwerkmotivationstreffen Initiative Hoffnung 02.12.2010

 

Berlin ist eine Reise wert. Wenn das stimmt, dann hast du die coole Gelegenheit am 02.12.2010 Berlin zu besuchen, bzw. machst ein ganzes Wochenende draus, denn das ist ein Samstag. Da ist nämlich das Motivationstreffen für die Initiative Hoffnung, besonders für das Aktionsjahr 2011. Programm siehe Anhang. Hier der Text dazu:

 

Lieber Netzwerker und Interessierte der Initiative Hoffnung,

2011 startet das Aktionsjahr und es freut uns sehr, dass sich die ersten Jugendgruppen schon über die Homepage eingezeichnet haben. So richtig los geht es mit der Einzeichnungsphase dann ab Herbst. Dazu wird es noch einen neuen kleinen Flyer geben und natürlich das letzte Treffen des Netzwerkes am 02.12.2010 in Berlin vor dem Aktionsjahr, was gleichzeitig das erste Treffen ist, wo die Verantwortlichen alle einladen, die sich mit für das Aktionsjahr 2011 motivieren lassen wollen. Wir wollen gemeinsam sehen, was geworden ist, Gott danken, ihn anbeten und ihn bitten, für die Aktionen, die in 2011 laufen sollen.

Wir haben einen kompakten Tag geplant von 10.30-17.15 Uhr.  Die Räumlichkeiten und die Versorgung stehen. Wir wollen gemeinsam weiterarbeiten und wir freuen uns auf ein besonderes Highlight:
Die Präsentation des Hoffnungssongs durch Tobias Hundt, den Samuel Harst und er extra für das Aktionsjahr geschrieben haben.  

Ihr seid herzlich eingeladen. Ihr dürft auch andere einladen. Das geht einfach formlos, in dem ihr mir antwortet und euren Namen und euren Ort und eure Gemeinde/Organisation kurz mitteilt.
Wenn ihr mit anschließend auf die Kuppel des Reichstages wollt, dann schreibt mir das auch noch.
Und die Übernachtung müsst ihr euch selber organisieren. Da gibt es ja in Berlin viele Möglichkeiten.


So weit für heute.

Gruß Veit

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by veit at July 27, 2010 12:09 PM

July 26, 2010

An die Enden der Erde (Friederike Bischoff)

Meine Reise in Bildern

Über Afghanistan geht die Sonne unter.














Über China geht sie wieder auf



















Als typischer Tourist durch Taipehs Vorstadt














Wiener Schnitzel auch in der Südsee - Flughafen Guam

Jowie aus Fidschi fliegt nach Marshall - meine Sitznachbarin von Guam nach Pohnpei

Zwischenlandung auf Chuuk

Endlich da - Flughafen Pohnpei

by Friederike (noreply@blogger.com) at July 26, 2010 05:12 PM

July 24, 2010

Die Jumis

Mitleid - Beileid - Wut

Lese gerade geschockt die Nachricht aus Duisburg. 15 Menschen sind bei der Love-Parade in einer Massenpanik ums Leben gekommen. Über 45 wurden schwer verletzt. Insgesamt solles es hundert Verletzte sein: http://www.einslive.de/musik/extras/loveparade/2010/the_art_of_love.jsp.
Das tut mir sehr Leid. Eigentlich sind sie zum Feiern gekommen und werden jetzt nie wieder feiern können. Mein Beileid gilt den Angehörigen. Man kann ja von der Veranstaltung halten, was man will (ich halte nicht so viel von ihr), aber das ist eine echte Tragödie.

 

Was aber in mir geradezu Wut und Empörung auslöst ist die Blauäugigkeit der Veranstalter. Wie kann man denn nur so verantwortungslos sein und eine Veranstaltung zu der 1,5 Millionen Besucher erwartet werden auf ein Gelände legen, was nur für max. 500.000 ausgelastet ist.
Und der Hammer ist: Darüber wurde im Vorfeld schon berichtet:

http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/loveparade/Loveparade-...

Und wenn man sich die Kommentare zu dem Bericht ansieht, dann weiß man, dass die meißten Kommentatoren schon im Vorfeld ins Schwarze getroffen haben. 

Au man. Wie kann so etwas in unserem durchorganisierten Staat passieren. Es kann offensichtlich - auch wenn wir echt gute Gesetze haben und gute Maßnahmen gefordert werden, um so etwas zu vermeiden. Aber hier haben woll ein paar Leute einfach nicht nachgedacht und ihren Stiefel durchgezogen. So scheint es zumindest.

Wie gut, dass es eines Tages auf jeden Fall Gerechtigkeit geben wird. Hoffentlich schon bald, durch eine lückenlose Aufklärung und den daraus zu ziehenden Konsequenzen für weitere Großveranstaltungen und für die Veranstalter dieses Chaos.

by veit at July 24, 2010 08:44 PM

An die Enden der Erde (Friederike Bischoff)

Mein 4. Stempel - Ankunft auf Pohnpei

1.Stempel im Pass - Einreise nach Taiwan
2.Stempel - Ausreise aus Taiwan
3.Stempel - Einreise nach Guam (USA)
4.Stempel - Einreise nach Pohnpei (FSM)

Endlich bin ich angekommen, nach einer langen und anstrengenden Reise bin ich jetzt seit Mittwoch, 21.7, auf Pohnpei, Mikronesien. Es ist schön hier, Dschungel, lauter Regen, laute Tiere und tolle Menschen. Die ersten beiden Nächte konnte ich kaum schlafen, weil alles so laut war, dazu kam natürlich die Zeitumstellung von 9h. Diese Nacht habe ich aber durchgeschlafen, es war genial. So langsam gewöhne ich mich an alles hier.

Die Menschen hier sind sehr herzlich und so wurde ich am Mittwochabend gleich mit traditionellem Blumenhaarkranz von der Jugend der Gemeinde begrüßt. Ein anderes Mädchen wurde verabschiedet, weil sie in einen anderen Bundesstaat zieht. Also gab es eine Party mit Essen und ein paar Spielen.

Am Montag startet die VBS, eine Kinderbibelwoche. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Tagen und so bin ich sehr gespannt, wie es werden wird, bis jetzt sind 130 Kinder angemeldet.

Soweit erstmal von mir. Da das Internet hier ziemlich langsam ist, wird es noch ein bisschen dauern, bis ich die Geduld aufbringe Fotos hochzuladen. Aber sie werden kommen.

Alles Liebe euch allen, eure Friederike

by Friederike (noreply@blogger.com) at July 24, 2010 09:37 PM

July 23, 2010

Spiegelbild (Lydia Schroder)

Wie viele Meilen kann man gehen
Ohne sich selbst zu verlassen?
Und dann ist es nur ein Schritt
Und man ist nicht mehr so,
Wie man war als man ging.

Wie viele Worte kann man sagen
Ohne die Wahrheit zu erfassen?
Und dann ist es nur ein Blick
Und man weiss so viel mehr,
als am Beginn.

Wieviel Luft kann man atmen
Ohne wirklich zu leben?
Und dann ist es ein Moment
Der den Atmen raubt,
der dich lebending macht.

Wieviele Tage kann man warten
Dass sich Dinge ergeben?
Und dann stellt man fest
Es ergab sich bereits
In der vergangenen Nacht

by Lyds (noreply@blogger.com) at July 23, 2010 03:04 AM

July 22, 2010

Spiegelbild (Lydia Schroder)

Wenn ich an London denke, gibt es einen Augenblick, den ich so schnell nicht vergessen werde. Eigentlich war es nichts spektakulaeres... Wenn man am BigBen vorbei ueber die Brucke geht und mitten drin Stehen bleibt, hat man das Gefuehl, London atmen zu koennen. Massen von Menschen, atemberaubende Hauser, ein Fluss, der unbeeindruckt von allem seinen Lauf nimmt. Ich liebe Bruecken! Irgendwann haben Menschen beschlossen, sich durch aussere Umstaende, wie Gewaesser nicht mehr einschraenken zu lassen und liessen sich was einfallen, diese Grenzen zu "ueberbruecken" im wahrsten Sinne des Wortes. :)

Jetzt bin ich aber schon in Schottland - toll war die Zugfahrt. Man hatte den Eindruck, die Landschaft wird immer mutiger. Galsgow hat mich heute muede gemacht. Keine Ahnung wieviele gefuehlte Hundert Kilometer ich gelaufen bin - aber man muss viel laufen um etwas schoenes zu finden in dieser Stadt ;) - die "Art Gallery" z.B

Wusstest du, dass David Livingston aus dieser Gegend kommt?! Mal schaun, ob ich sein Haus morgen besuchen kann. Und dann geht es weiter nach Edinburgh - *freu* obwohl ich zugeben muss, dass alleine unterwegs zu sein, diesmal nicht ganz so viel Spass macht (nach der tollen Gemeinschaft in Leeds...)

by Lyds (noreply@blogger.com) at July 22, 2010 01:58 PM

July 20, 2010

An die Enden der Erde (Friederike Bischoff)

Taiwan

Bin in Taiwan. Gestern ging endlich meine Reise los. Nach 13 Stunden Flug quer ueber den asiatischen Kontinent, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, bin ich 6.30 am Ortszeit hier gelandet. Anschliessend hab ich direkt eine Stadtrundfhrt gemacht und dann versucht Nudelsuppe mit Staebchen zu essen, wer kann schon ahnen, dass ein Maedel aus Europa damit Schwierigkeiten hat?
Es ist schoen durch die Welt zu reisen... ab heute mit meinem 1. Stempel im Reisepass, einem aus Taiwan.
Bilder und mehr folgen spaeter.
Liebe Gruesse, eure Friedi

by Friederike (noreply@blogger.com) at July 20, 2010 05:03 PM

July 14, 2010

Die Jumis

Hope-Award für Jugend und Zukunft

Dass es eine super Idee ist, den sozialen und diakonischen Auftrag Jesu wieder zu entdecken und mit Leben zu füllen - darüber brauchen wir ja bestimmt nicht mehr diskutieren. Dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, das finden wir auch gut. Gott will Not lindern, Menschen helfen und Gerechtigkeit schaffen. Und er tut das durch uns.

Und wir finden es super, dass es auch in Deutschland immer mehr tolle Projekte und Initiativen gibt, die anderen Menschen in ihrer Stadt, in ihrem Dorf, dienen und sie missionarisch erreichen wollen. Und weil wir das so toll finden, wollen wir das unterstützen und fördern! 

Darum haben wir einen Förderpreis ausgeschrieben, welchen wir in diesem Jahr schon zum zweiten Mal verleihen: Den Hope-Award für Jugend und Zukunft. Den verleihen wir an kreative missionarische Projekte - egal ob das eine große Arbeit ist, oder von 4 Leuten aus deiner Jugendgruppe leidenschaftlich gelebt wird. Darum können sich alle bewerben, die eine Arbeit dieser Art machen:  Gemeinden, Werke, Projekte, Jugendgruppen...

Zukunft ist kein unabänderliches Schicksal - du kannst sie mitgestalten. Du kannst Jugendliche für die Zukunft rüsten, Werte vermitteln und Glauben wecken.

Du machst bei einer solchen Arbeit mit? Du kennst jemand, der das tut?

Dann bewirb dich doch einfach - oder ermutige andere, das zu tun. Der Förderpreis ist mit insgesamt 1.500,- EUR dotiert.

Alle Infos und auch das Bewerbungsformular findest du hier:

www.jugendforumwiedenest.de/hopeaward

 

 

by markus at July 14, 2010 09:45 AM

July 12, 2010

Unser Weg (Oli und Kay Kunz)

Lange nichts Neues

Oh, jetzt haben wir doch tatsächlich lange nichts Neues hier geschrieben. Aber leider sieht es auch so aus, dass es nicht sonderlich viel Neues gibt. Eigentlich so gar nichts, außer dass Olli ein Jahr älter geworden ist und mein Bauch immer dicker.
Im Haus leben immer noch die selben Jugendlichen und im Prinzip läuft alles sehr ruhig ab. Außer nächtlicher Abwesenheit und auch dem fernbleiben vom Essen gibt es keine großen Vorkommnisse.
Wir persönlich haben leider nicht viel zu tun. Zwar passe ich jeden Tag auf Mugisha auf und Olli hält sich mit Rasenmähen und ähnlichen Aufgaben geschäftig, aber im Großen und Ganzen ist hier in Canada eine Art "Sommerloch". Es ist wirklich nicht viel los. Wie der Bär seinen Winterschlaf hält, so hat der Kanadier sich den Sommer dafür ausgesucht :-) Die einzigen, die nicht im Geringsten daran denken zu schlafen und uns täglich terrorisieren sind die Mücken - eine wirkliche Plage, die hoffentlich bald ihr Ende nimmt.

by Kay und Olli (noreply@blogger.com) at July 12, 2010 02:58 PM

July 10, 2010

MadMuffin ('08-'11)

Moldawien Teil 5: Landluft

Karte von Ştefan Vodă (Quelle: Wikipedia)

Seit vorgestern bin ich mit einer Mitarbeiterin ja, wie ich bereits geschrieben habe, auf dem Land unterwegs. Wir haben im Bezirk “Stefan Voda” im Osten des Landes ca. 10 Familien besucht, die ein oder mehrere Kinder haben, die im Sponsoringprogramm von Hoffnungsträger Ost sind.

Der Bezirk ist der östlichste Bezirk des Landes (abgesehen von Transnistrien, was de-facto ein eigenständiger Staat ist) und grenzt direkt an die Ukraine. Wo ich gerade bin, kann ich schon in die Ukraine schauen, denn der Grezfluss fließt hier nur wenige Meter von dem Haus in dem ich mich aufhalte.

Die Fahrt von Chişinău hat fast 3 Stunden gedauert, obwohl die Strecke gerade einmal 110km lang ist. Der Bus war ein altes Sowiet-Modell, an der Frontblende stand noch irgendwas von wegen Gepäck auf Russisch. Da wir zu spät zum Busbahnhof kamen, sind wir in den Bus eingestiegen, als er eigentlich schon unterwegs war, zum Glück fuhr er in die Richtung, aus der wir kamen :-D

Der Sowietische Bus innen

Der Bus war, anders als der Bus aus Deutschland, nicht klimatisiert, aber dafür waren die die Fenster zweigeteilt und der (kleinere) obere Teil konnte geöffnet werden. Im Bus selber roch es ein wenig nach Staub und Schweiß, aber lange nicht so schlimm, wie ich es erwartet habe und auch nicht so schlimm, wie ich es aus China gewohnt bin.

Mit Liuda im Bus

Während der Fahrt habe ich Rumänisch geübt und Liudmila, oder kurz Liuda, hat mir geholfen meine Aussprache zu perfektionieren. Weit über floskeln geht es noch nicht hinaus, aber es fühlt sich gut an, in einem Gespräch am Esstisch zumindest ein paar Worte zu verstehen.

Das Dorf, in das wir zuerst gegangen sind heißt Antoneşti. Bei Familie Midrigan haben wir unseren ersten Aufenthalt. Die Familie hat (nur) 2 Kinder, Ioan (16) und Olga (13 oder 14). Ihr Hof besteht aus 2 Gebäuden, einem mit dem Schlafräumen und der Winterküche, und einem mit der Sommerküche und einem “Gästezimmer”, was aber nicht benutzt wurde. Die Aufteilung in Sommer und Winterküche kommt daher, dass man im Sommer (wo man ja nicht heizen muss) weiter weg von den Stuben kochen kann, damit die nicht so schnell anfangen zu stinken. Geheizt kann nur die Winterküche, das Elternschlafzimmer und das Zimmer des Jungen werden. Alle anderen Räume bleiben kalt!

Auf dem Hof haben sie etwas Gemüse und Obst und eine ganze Menge Tiere. Ziemlich viele Enten, ich schätze mal so 30 Ausgewachsene, und 40-50 Küken bzw. Jungenten(oder wie man das nennt). Dazu noch 2 Hunde, 3 Katzen, 3 Schweine, 20 Hühner und etwa 30 Hühner, die anders aussehen als unsere Hühner. Dort auf dem Land leben die Leute noch von der kleinen Landwirtschaft, man baut in erster Linie für sich an und verkauft was übrig ist dann auf dem Markt. Das reiht leider oft nicht, um die Kosten für den Schulbesuch (Hefte, Stifte, Kleidung, evtl. Bus) oder auch Heizung und Strom zu bezahlen. Daher gibt es auch das Sponsoringprogramm. Die Leute leben recht einfach und sind zufrieden. Mich hat beeindruckt, wie lebenslustig sie waren und mir hat auch gefallen, dass die ganze Familie den Tag über zusammen ist (wenn Ferien sind und die Kinder nicht in die Schule gehen). So kam der Vater oft zwischendurch rein und hat nochmal einen Happen gegessen und mit den Kindern gespaßt. Der war sowieso ein Spaßvogel!

Moldawische Tafel

Die Gastfreundschaft, für die die Menschen im Osten bekannt sind, habe ich hier so richtig zu spüren bekommen. Nach der Ankunft wurde der Tisch gedeckt, und obwohl es 4 Uhr nachmittag war, wurde so richtig gegessen. Das Essen war lecker, es gab sogar eine besonderes Essen, Hochzeits-Plăcintă (Deutsch: Pfannkuchen). Die schmecken genauso, wie normale Plăcintă, machen aber mehr Arbeit. Es war also eine besondere Ehre, diese besonderen Pfannkuchen zu essen. Pfannkuchen sind hier übrigens mit Käse gefüllt, der ein kleines bisschen säuerlich schmeckt, und man isst es entweder einfach so, oder am besten mit Honig. Das fand ich am Anfang auch komisch, aber schmecken tut es echt super!

Nach dem Essen sind wir zu einem See baden gegangen, als ich dort war habe ich gemerkt, dass die anderen sich dort “waschen”, was daran liegen könnte, das sie kein fließendes Wasser und auch kein Badezimmer zuhause haben. Es gibt nur einen Brunnen und ein Plumpsklo.

Plumsklo

Im See waren noch ein paar Jungs, vielleicht 8 oder 9 Jahre alt, die sind dann später mit dem Moped weggefahren. Das fand ich echt krass, aber habe ich später noch öfter gesehen.

Vier 9-jährige auf einem Moped

Nach dem Baden sind wir bald losgezogen und haben die Familien besucht, die im Sponsoringprogramm sind und im Ort wohnen. 6 Familien haben wir an dem Abend noch abgeklappert, die größte hatte 7 Kinder, die kleinste nur 1 Kind, war aber dafür alleinerziehen, was in diesem Land nicht nur ein finanzielles Problem, sondern auch eine kulturelle Schande ist.

Im Dorf steht eine riesige Baptistengemeinde, die das größte Haus im Ort ist. Alle, die im Sponsoringprogramm sind, gehen in die Gemeinde vor Ort. Ob das eine Voraussetzung ist oder so, habe ich nicht herausfinden können.

Baptistengemeinde

Der Junge (Ioan) räumte für die Zeit sein Zimmer für mich, obwohl in dem breiten Bett locker 2 Personen hätten schlafen können, aber die Häuser sind alle so ausgestattet, dass jedes, ja wirklich jedes Sofa ausgeklappt werden kann um darauf zu schlafen.

Am nächsten morgen sind wir dann gleich weitergezogen und haben Familien besucht, die nicht im Dorf wohnen. Dazu hat uns der Vater der Gastfamilie mit dem Auto gefahren. Er hat einen ca. 20 Jahre alten Ford mit einem Riss in der Scheibe, aber sonst fährt er noch gut :) Leider gibt es im gesamten Ort keine einzige geteerte oder gepflasterte Straße, so kommt man recht langsam voran. So haben wir an diesem Tag nur 5 Familien besucht, was aber auch daran lag, dass wir in einer Familie zum Mittagessen eingeladen wurden. Das war die “traditionellste” Familie, in der ich bisher war, die Kinder hatten alle ihre Sonntagskleider für die Besucher angezogen, und während dem Essen waren die Kinder nicht dabei und die Frau kam auch erst recht spät dazu, denn sie war in der Küche. Das ganze hat vermutlich nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen ganz praktischen Aspekt: Der größte Tisch im Haus ist eigentlich für 4 Personen. Wir haben daran mit 6 Personen gegessen, wenn jetzt noch die 4 Kinder dabei gewesen wären, wäre das eine logistische Unmöglichkeit geworden.

Das nächste Essen!

Die Familie hat mir dann noch eine Flasche mit Honig geschenkt, den sie selber gemacht haben. Ich schäme mich, wenn ich hier bin schon für die quasi nicht vorhandene Gastfreundschaft in Deutschland. Wir haben so viel und geben doch nichts ab (oder nicht viel)…

Am Abend habe ich dann mal wieder die Möglichkeit gehabt, länger mit Sarah zu skypen (jede Familie hat hier DSL-Internet und einen Computer!), das hat gut getan. Es tut mir sehr gut, mich mit ihr auszutauschen und mit ihr zusammen zu beten, so muss ich persönliche Sachen jetzt nicht für die gesamte Zeit in mich hineinfressen!

Heute morgen (also Samstag) haben wir alle lange geschlafen, das war lustig, ich habe mit niemandem gestern drueber gesprochen und als ich dann um 9 Uhr aufstand, war noch alles am schlafen. Dann bin ich eben auch wieder ins Bett. Um 11 Uhr sind dann alle aus Ihren Löchern gekrochen gekommen und wir haben sozusagen gebruncht. Es gab wieder Placinta, dazu Kartoffeln mit Hünchen – das was es hier eigentlich immer gab. Und zum ersten Mal habe ich um einen Kaffee gebeten und auch einen (zwar Instant) bekommen. Das hat irgendwie gut getan.

Das Auto mit den Kindern hinten drin.

Um 1 Uhr sind wir dann vom Haus der Familie zum Supermarkt im Dorf gegangen, weil es geregnet hat konnte uns der Vater nicht fahren – die Straße ist dann zu matschig. Aber vor dem Supermarkt ist die Straße aus kleinen Steinen, und so hat uns dann ein Mann denn Liuda kennt ins nächste Dorf gefahren, das heißt Ulaneşti. Mit seinem 20 Jahre alten Ford, dessen Scheibe auch einen Sprung hat und an dem das Zündschloss mit einem Schraubenzieher betätigt wird. Auf der Rückbank hatte er 3 seiner Kinder dabei, einer saß im Kofferaum um ihn zu öffnen, denn das Schloß funktioniert von außen auch nicht mehr.

Hier in Ulaneşti  sind wir jetzt beim Bruder von Liuda. Ihre Nichte hat heute Graduation von der High School im Ort. Da sie auch eine Dusche haben, habe ich sie gleich mal benutzt und gleich geht es los – in die Schule. Ich bin mal gespannt, wie so etwas hier abläuft. Morgen fahren wir vermutlich schon wieder zurück nach Chişinau, aber wie eigentlich alles hier, ist das auch nicht sicher.

Bis demnächst!

by Patrick Brückner at July 10, 2010 03:33 PM